Grundbegriffe

BegriffBedeutungBeispiel (Würfel)
ZufallsexperimentVorgang mit unsicherem AusgangEinmal würfeln
ErgebnisEin möglicher Ausgangz. B. „eine 3"
Ergebnismenge \(\Omega\)Alle möglichen Ergebnisse\(\Omega = \{1, 2, 3, 4, 5, 6\}\)
Ereignis \(E\)Teilmenge von \(\Omega\)„gerade Zahl" = \(\{2, 4, 6\}\)
Günstiges ErgebnisErgebnis, das zum Ereignis gehört2, 4 und 6 sind günstig

Laplace-Wahrscheinlichkeit

Wenn alle Ergebnisse gleich wahrscheinlich sind (z. B. fairer Würfel, faire Münze), gilt die Laplace-Formel:

Laplace-Formel
\(P(E) = \frac{\text{Anzahl günstige Ergebnisse}}{\text{Anzahl mögliche Ergebnisse}} = \frac{|E|}{|\Omega|}\)
Beispiel: Wahrscheinlichkeit, eine 6 zu würfeln
1
Günstige Ergebnisse: \(\{6\}\) → 1 Stück
2
Mögliche Ergebnisse: \(\{1,2,3,4,5,6\}\) → 6 Stück
3
\(P(\text{6}) = \frac{1}{6} \approx 16{,}7\%\)
Beispiel: Wahrscheinlichkeit einer geraden Zahl beim Würfeln
1
Günstige Ergebnisse: \(\{2, 4, 6\}\) → 3 Stück
2
\(P(\text{gerade}) = \frac{3}{6} = \frac{1}{2} = 50\%\)

Wertebereich

Die Wahrscheinlichkeit liegt immer zwischen 0 und 1 (bzw. 0 % und 100 %):

Wertebereich
\(0 \leq P(E) \leq 1\)
WertBedeutungBeispiel
\(P = 0\)Unmögliches EreignisWürfel zeigt 7
\(P = 0{,}5\)GleichwahrscheinlichMünze: Kopf oder Zahl
\(P = 1\)Sicheres EreignisWürfel zeigt eine Zahl von 1-6

Gegenereignis

Das Gegenereignis \(\bar{E}\) enthält alle Ergebnisse, die nicht zum Ereignis gehören:

Gegenereignis
\(P(\bar{E}) = 1 - P(E)\)

Die Wahrscheinlichkeiten von E und Gegen-E ergeben zusammen 1 (100 %)

Beispiel: Wahrscheinlichkeit, KEINE 6 zu würfeln

\(P(\text{keine 6}) = 1 - P(\text{6}) = 1 - \frac{1}{6} = \frac{5}{6} \approx 83{,}3\%\)

Tipp: Manchmal ist es einfacher, zuerst das Gegenereignis zu berechnen und dann von 1 abzuziehen!

Darstellungsformen

DarstellungWert
Bruch\(\frac{1}{6}\)
Dezimalzahl\(0{,}1\overline{6}\)
Prozent\(16{,}\overline{6}\%\)

In der Schule wird häufig mit Brüchen gerechnet, im Alltag eher mit Prozent.

Mehrstufige Zufallsexperimente

Wird ein Zufallsexperiment mehrmals durchgeführt (z. B. zweimal würfeln), nutzt du Baumdiagramme und die Pfadregeln:

1. Pfadregel (Produktregel)
Wahrscheinlichkeit eines Pfades = Produkt der Einzelwahrscheinlichkeiten
2. Pfadregel (Summenregel)
Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses = Summe der Pfadwahrscheinlichkeiten
Beispiel: Zweimal Münze werfen – P(genau 1× Kopf)?
1
Günstige Pfade: Kopf-Zahl und Zahl-Kopf
2
Pfad KZ: \(\frac{1}{2} \cdot \frac{1}{2} = \frac{1}{4}\)
3
Pfad ZK: \(\frac{1}{2} \cdot \frac{1}{2} = \frac{1}{4}\)
4
\(P(\text{genau 1× K}) = \frac{1}{4} + \frac{1}{4} = \frac{1}{2} = 50\%\)

Häufige Fehler vermeiden

  • Wahrscheinlichkeit > 1: Unmöglich! Wenn dein Ergebnis größer als 1 (oder > 100 %) ist, hast du einen Fehler gemacht.
  • Nicht gleich wahrscheinlich: Die Laplace-Formel gilt nur, wenn alle Ergebnisse gleich wahrscheinlich sind. Bei einem gezinkten Würfel nicht!
  • Günstig und möglich verwechseln: „Günstig" sind die Ergebnisse, die du suchst. „Möglich" sind alle Ergebnisse.
  • Pfadregeln verwechseln: Entlang eines Pfades: multiplizieren. Verschiedene Pfade für dasselbe Ereignis: addieren.

Übungen

Teste jetzt dein Wissen!

Aufgabe 1Leicht

Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, bei einem fairen Würfel eine 3 zu werfen?

Aufgabe 2Leicht

In welchem Bereich liegt eine Wahrscheinlichkeit immer?

Aufgabe 3Mittel

P(E) = 0,3. Wie groß ist P(Gegenereignis)?

Aufgabe 4Mittel

In einer Urne sind 3 rote und 7 blaue Kugeln. P(rot)?

Aufgabe 5Schwer

Würfel: P(Zahl größer als 4)?

Aufgabe 6Schwer

Zweimal Münze werfen: P(zweimal Kopf)?

🎯 Dein Ergebnis
0 / 6 richtig